In Supermärkten werde ich ja schon seit Anfang September daran erinnert. Aber ich habe versucht, mich an Lebkuchen & Co vorbeizuschmuggeln. Seit ein paar Tagen erstrahlt die ganze Stadt im Lichterglanz. Kann ich ja auch noch mit leben. Aber heute saß ich zwei Stunden lang im Auto und wurde bombardiert. No, I’m not driving home for christmas. Last christmas I didnt’ give you my heart… Und im Winter-Wonderland geh ich auch nicht spazieren. Die Radiostationen haben sich überschlagen mit ihren anheimelnden Liedern. Und dann durfte ich mir beim Weihnachtsmarkt auch noch die volle Dröhnung deutschen Advents-Liedguts geben. Von Blechbläsern. Und wer hat verdammt noch mal meiner ganzen Wohnung diesen kitschig-romantischen Anstrich verpasst? Egal. Ich muss jetzt ganz dringend off gehen. Die Plätzchen brennen sonst an. Und die erste Kerze hab ich auch noch nicht angezündet. „I’m dreaming of a white Christmas…“
20. November 2009
Er konnte sich nicht wehren
19. November 2009
Wie die Farbe meines Autos…
Die Farbe meines Autos soll meinen Charakter widerspiegeln. Nun denn, ob fehlender äußerer Pflege kann ich nicht mehr genau differenzieren, ob es sich um silber oder grau handelt. Für silber spricht „Sinn für Stil.“ Aber wer ein solches Gefährt durch die Gegend manövriert, soll sich auch für etwas Besseres halten. Nein, ich halte mich nicht für etwas Besseres. Fahrer grauer Wagen indes gelten als umsichtig und überkorrekt, legen Wert auf Sicherheit, halten sich an die Vorschriften und können sich nur schwer mit Fehlern anderer abfinden. Da passt auch nur Letzteres. Wer mein Auto sieht, sagt natürlich grau. Aber das ist ja eine Mischung aus schwarz (autoritär, selbstbewusst, ehrgeizgetriebener Erfolgsmensch, der Schwarz-Fahrer will zeigen, wer die Macht auf Deutschlands Straßen hat und verzichtet doch manchmal großzügig auf die Vorfahrt) und weiß (unauffällig und sensibel, zurückhaltend, pflichtbewusst, beachten die Straßenverkehrsordnung). Ein bisschen rot steckt sicher auch noch irgendwo drin – auffallen um jeden Preis…
10. November 2009
Für den Champion-Cocktail durch die Walachei
Google Earth wollte mich 168 Kilometer weit bis kurz vor Hamburg schicken. Und mein Navi lotste mich quer durch die altmärkische Walachei. „Sie haben Ihren Bestimmungsort erreicht“, meinte die freundliche Frauenstimme zielsicher. (Frauenstimme, weil ich mir von einem Mann nicht sagen lasse, wo es lang geht). Doch statt in Buchhorst war ich in der Innenstadt von Oebisfelde. Dieses kleine Kaff schien es in der Realität nicht zu geben. Auf der Suche nach meinem nicht vorhandenen weiblichen Orientierungssinn griff ich zum Handy und wählte die Nummer des Barkeepers, mit dem ich einen Termin hatte. Musste ich mich also doch von einer Männerstimme navigieren lassen. Immerhin waren es nur fünf Kilometer. Aber ich reichlich genervt. Bis ich dem Shake-Champion gegenüber stand. Das Barkeeper-Klischee trifft auch in der Provinz zu. Und dann noch dieser Cocktail… Vergessen waren die Anfahrt-Strapazen.
3. November 2009
By the way
Ich habe mein Training verpasst. Ich habe meinen Lieblings-TV-Doc verpasst. Aber Klänge, Kekse, Kerl(e) und Prosecco (mir fällt leider keine Alliteration für Prosecco mit „K“ ein) haben mich Hanteln und House vergessen lassen. Und ich fühl mich trotzdem bestens.
29. Oktober 2009
Voll Panne
Er wollte mich wohl einfach nicht zur Kirmes fahren. Warum auch immer. Ich kann nicht in seine Seele blicken. Er redet nur mit mir, wenn er Durst hat. Wobei reden übertrieben ist. Es ist ein immer wiederkehrendes Piepen. Auf dem Hinweg machte er einfach mal den Bordstein an, obwohl von einer Schwalbe mit selbigem Vornamen keine Spur war. Radkappe demoliert. Und auf der Rücktour wich er immerhin einer von irgendwelchen Vandalen auf die Straße gekippten Baustellenbake auf. Um wenig später mit einem für ihn niemals zu bewältigenden Stein zu knutschen. Platten. Danke, mein lieber Wagen. Ich nenne es jetzt nicht Auto, weil das sächlich ist. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, mein Wagen ist männlich. Wobei, bislang hat er mich noch nie im Stich gelassen… Okay, Auto.
21. Oktober 2009
Erkenntnis des Tages
Ich möchte nie, und damit meine ich wirklich absolut niemals in diesem Leben, in der Landwirtschaft arbeiten. Allein das Zuschauen heute (rein dienstlich für eine Kartoffel-Story) hat mich nahezu erstarren lassen. Nicht nur ob der windigen Eiseskälte, als ich eine gute Stunde mit auf dem Feld war. Nein, ich habe nicht geholfen. Aber zugeschaut und fotografiert. Ein einschneidendes Erlebnis. Nicht nur, weil meine hohen Stiefel im Boden versunken sind und ich sie wahrscheinlich stundenlang putzen muss…
20. Oktober 2009
2009 in meinen Händen – erste Auswertungsversuche
Das Jahr nähert sich langsam dem Ende. Ich habe das Gefühl, da draußen ist schon Winter, so kalt ist mir. Silvester 2008 hatte ich meine Hand ja auf solch einen Scanner gelegt, der mir voraussagte, wie das Jahr so verläuft. Ich habe mir das eben nochmal durchgelesen. Hier hatte ich Anfang Januar berichtet, was herausgekommen ist. Der neue Job ist tatsächlich da. Ich bin jetzt Lifestyle-Redakteurin. Die Herzlinie muss nicht ganz richtig durchleuchtet worden sein. Ich passe vielleicht in etliche Frauen-Klischee-Schubladen. Aber die mit Romantik ist echt zu eng für mich. Und innerhalb von Sekunden verlieben? Ich nun wahrlich nicht. Ich würde lange auf den richtigen Partner warten. Gut erkannt. Der verdammte Prinz ist mit seinem Schimmel immer noch nicht vorbeigeritten gekommen. Aber er hat ja noch zweieinhalb Monate Zeit, mich zu finden. Ansonsten werde ich mich Silvester wieder irgendeinem esoterischen Nonsens hingeben und auf das nächste Jahr hoffen…
19. Oktober 2009
(An)sehnlichst erwartetes Urlaubsende
Selten habe ich das Ende eines Urlaubs so dringend herbeigesehnt. Drei Wochen, die sich langgezogen haben wie ein Kaugummi. Nichts als schlafen, lesen, sporteln… Aber das Ende ist doch recht ansehnlich, oder?

18. Oktober 2009
Nicht gestört im Nicht-Prosecco-Rausch
Vielleicht habe ich ja ein gestörtes Verhältnis zu potenziell angesagten Locations. Aber wenn es um mich herum dunkel und dreckig ist, kriege ich Monksche Panik-Attacken. Weiß ich, ob nicht irgendwelches Krabbelvieh Besitz von mir ergreift, ohne dass ich es sehen kann? Ich muss dann ganz schnell verschwinden. Sei die Musik auch noch so abhebend. Das war sie zwar für mich auch nicht, aber ich war froh, den ersten Party-Schuppen trotz einiger Exit-Orientierungsschwierigkeiten nach nicht mal einer Stunde verlassen zu haben. Hoffentlich unverstrahlt, ganz sicher aber frierend. Dann doch lieber in die Dance-Bar mit Stil, bei der es für crazy Outfits Prosecco für lau geben sollte. Dank meines Sex-Shops-Besuchs vom Tag zuvor fühlte ich mich dann auch verrückt genug angezogen, um eine Flasche abzusahnen. Doch meine Vorfreude wurde unsanft gedämpft, als ich lediglich Sekt in Händen hielt. Nicht mal eine Flasche, sondern ein Fläschchen. Es gab sicher verücktere Outfits. Doch selbst Träger solcher wurden mit Sekt abgespeist. So verließ ich auch diese Location nach ein paar Stündchen frustriert. Ich konnte noch so viel Sekt probieren, er schmeckte einfach nicht nach Prosecco. Dafür fühlt sich mein Kopf heute irgendwie gestört an. Bin ich doch ein Störfall?
